Gülle-Tourismus

„Gutes aus Holland frisch auf den Tisch“ ist ein bekannter Werbeslogan. Kaum bekannt dürfte sein, dass deutlich weniger Gutes wie Gülle in großen Mengen auf Feldern in NRW und eben auch in Mülheim landet.

Ca. 1,4 Millionen Tonnen Jauche, so das Umweltministerium, importiert NRW jährlich aus den Niederlanden. Hinzu kommen 440.000 Tonnen aus anderen Bundesländern. Rund ein Drittel der Daten über gemeldete Empfänger seien fehlerhaft, überbetriebliche Gülleströme kaum nachvollziehbar, rügt Grüne-Ratsfrau Brigitte Erd. Dass es sich dabei teils um Scheinunternehmen handele, zeuge von krimineller Energie.
Wie sich die Situation in Mülheim darstellt, wollen die Grünen deshalb per Anfrage im Umweltausschuss in Erfahrung bringen. Sie fragen, wie viele Mülheimer Betriebe korrekt als Empfänger angemeldet sind, was getan wird, um alle flächendeckend zu erfassen und wie sich die Kontrolldichte darstellt. Die Fraktion will wissen wie viele illegale Transporte nach Mülheim dokumentiert sind, um welche Mengen es geht und wie viele Strafen und Ordnungsgelder in jüngster Zeit verhängt wurden.
Der hohe Eintrag von sogenanntem Wirtschaftsdünger führe zu einer zunehmenden Verschärfung der gesundheitsgefährdenden Nitratbelastung in den Böden. Erd: „Wir brauchen in dieser Frage Transparenz und Konsequenz.“

Brigitte Erd

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