Handeln tut Not

Die zügige Ausgabe von Tablets und anderer technischer Ausstattung an bedürftige Mülheimer Schülerinnen und Schüler fordern wir. Grundlage ist das 500 Millionen schwere Bundespaket zur Förderung der technischen Ausstattung von Schulen als auch Lernenden.

„Angesichts der Corona-bedingten Verwerfungen im Bildungsbereich ist Eile geboten“, erklärt der designierte OB-Kandidat Wilhelm Steitz. Das pandemiebedingt notwendige monatelange Home-Schooling habe bestehende Bildungsungerechtigkeiten verschärft. Gleiche Möglichkeiten für alle Schülerinnen und Schüler seien schon vor der Krise beklagt worden. Nun träten sie aber allein schon durch die unterschiedliche Hard- und Software-Ausstattung der Haushalte mit oftmals fehlendem W-Lan noch deutlicher als zuvor zutage. Das Landessozialgericht habe vor kurzem deutlich gemacht, dass es staatliche Aufgabe sei, dies bei Kindern etwa aus Hartz IV—Familien zu korrigieren.

Mit den Bundesgeldern sollen mobile Endgeräte, deren Inbetriebnahme sowie für den Einsatz erforderliches Zubehör finanziert werden, weiß Bildungsexpertin Dr. Franziska Krumwiede-Steiner. Schulen und Schulträger mit ihrem Wissen über die Situation in den Familien leihen die Geräte an bedürftige Schülerinnen und Schüler aus. Ebenso wird die Ausstattung der Schulen gefördert, die für die Erstellung professioneller Online-Lehrangebote erforderlich ist. Eine formale Bedürftigkeitsprüfung ist nicht vorgesehen. Die Verantwortlichen vor Ort sollen entscheiden, welche Schülerinnen und Schüler es am nötigsten haben.

Steitz und Krumwiede-Steiner: „Bildungspolitisch brennt der Baum. Schnelles Handeln aller Akteure ist erforderlicher denn je!“

Franziska Krumwiede-Steiner / Wilhelm Steitz

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