Gleichstellungsdefizit

Die Hälfte der Mitglieder des Stadtrates muss weiblich sein! Das ist die Forderung der Mülheimer Grünen anlässlich 100 Jahren Frauenwahlrecht in Deutschland.

Von der Realisierung, erklären Kreisvorstandssprecherin Kathrin Rose und Ratsfrau Dr. Franziska Krumwiede-Steiner, sei man in Mülheim aber weit entfernt.

„Wahlrecht heißt nicht nur, wählen zu dürfen, sondern selbst gewählt zu werden und mitzuentscheiden“, so Rose. Ein hoher Frauenanteil in Parlamenten und Räten sei Garant für Fortschritte in der immer noch nicht vollständig gegebenen Gleichstellung von Frau und Mann.

Krumwiede-Steiner: „Der Frauenanteil im Mülheimer Rat liegt momentan bei mickrigen 22 Prozent. Das ist noch weniger als in Landtag und Bundestag mit ebenso bescheidenen 27 und 31 Prozent. Es gilt, bei den Kommunalwahlen 2020 deutlich nachzubessern.“

Der Frauenanteil im Rat habe 1919 bei der ersten Mülheimer Kommunalwahl nach Einführung des Frauenwahlrechtes bei vier Prozent gelegen. Bei der ersten Stadtratswahl nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1946 seien es 13 Prozent gewesen. Seitdem bis heute gebe es einen Anstieg von gerade einmal neun Prozent-Punkten. Krumwiede-Steiner: „Das ist jämmerlich und verströmt den Mief der Fünfziger Jahre. 72 Jahre Kampf um Frauenrechte und Gleichstellung haben hier kaum Spuren hinterlassen.“

Kathrin Rose: „Angesichts dieser Erfordernisse freuen wir uns sehr, dass die Gleichstellungsstelle das Jubiläum mit einer Veranstaltung begeht. Wir rufen deshalb gerne dazu auf, am Montag, dem 21. Januar dabei zu sein.“

Beginn ist um 18:00 im Haus der Stadtgeschichte in der Von-Graefe-Straße 37. Die Anmeldung erfolgt unter .img@.img

Dr. Franziska Krumwiede-Steiner / Kathrin Rose

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