Ins Technikum auf dem ehemaligen Tengelmann-Gelände siedelt sich ein junges Unternehmen an. Soravia hat für das Gebäude einen mehrjährigen Mietvertrag ausgehandelt, wie Oberbürgermeister Marc Buchholz in der Ratssitzung mitteilte. „Das könnte eine gute Nachricht sein, denn hier werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Der überraschende Vertragsabschluss macht aber auch deutlich, dass das städtebauliche Konzept, das Soravia dort realisieren möchte, so nicht kommen wird“, erklären die Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90 / Die Grünen und CDU, Brigitte Erd und Christina Küsters.
Das Konzept sah vor, dass das Technikum abgerissen und an dieser Stelle als Herz der Parkstadt ein See entsteht, um den sich die Gebäude gruppieren. Ganz überraschend ist dieser Schritt aber auch nicht, denn die Verhandlungen mit dem Investor, der bei der Revitalisierung des Tengelmann-Stammsitzes sehr gute Erfolge erzielt hat, sind seit längerer Zeit ins Stocken geraten.
Die Fraktionen von Bündnis 90 / Die Grünen und CDU hatten die Parkstadt-Pläne grundsätzlich begrüßt, aber auch Kritik geübt: Die Anzahl der Hochhäuser sowie die Baumasse und die Größe der versiegelten Fläche erschien den Fraktionen von Beginn an zu hoch. In Bebauungsplanverfahren ist dies nicht ungewöhnlich. Im Verlauf des Verfahrens finden Politik und Investoren in der Regel einen Interessenausgleich und die Pläne werden abgespeckt. Inzwischen ist klar geworden, dass Soravia zu Zugeständnissen nicht bereit ist. In einem Brief an die Verwaltung hatte der Investor kürzlich deutlich gemacht, dass Soravia weder an der Höhe der Gebäude noch an der Baumasse von 89.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zu Abstrichen bereit sei.
Diese Entwicklung nehmen die Fraktionen von Bündnis 90 / Die Grünen und CDU zum Anlass, grundsätzlich über die weitere Entwicklung der Parkstadt nachzudenken. Weitere Schritte im Planungsprozess werden erst nach erneuter Befassung durch Politik, Planungsverwaltung und Öffentlichkeit möglich sein. Dieser Klärungsbedarf benötigt Zeit für Diskussionen und Entwicklung neuer Ideen. „Das wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wir erwarten aber von der Verwaltung, dass die Zukunftsperspektiven für dieses Areal in der Zwischenzeit weiter ausgelotet und die Grundlagen dafür vorbereitet werden“, so Erd und Küsters.