Radfahren in Mülheim bedeutet immer noch zu viel Stress

Die Ergebnisse des Fahrradklimatestes zeigen Handlungsbedarf. Wir wollen nicht locker lassen, um das umweltverträgliche Umsatteln zu erleichtern und Probleme zu beseitigen.

Das umweltgerechte Umsatteln vom Auto auf das Fahrrad kann nur gelingen, wenn Spaß, Sicherheit und ein möglichst flottes Vorankommen gewährleistet ist. Der bundesweit alle zwei Jahre durchgeführte Fahrradklimatest des ADFC ist dabei ein guter Gradmesser. Die Ergebnisse zeigen nicht nur, wie sich die Situation in der Stadt selbst verändert, sondern auch welchen Stellenwert das Radfahren, ganz subjektiv betrachtet, im Vergleich zu den Nachbarstädten und Orten von vergleichbarer Größe genießt.

„Das Radfahren von zunehmender Bedeutung in Mülheim ist, zeigt sich schon an der deutlich gestiegenen Teilnehmerzahl: 597, gegenüber 418 vor zwei Jahren, nahmen sich die Zeit, um die 27 Fragen zu beantworten und Schulnoten zu verteilen“ freut sich Vorstandssprecherin Kathrin Rose. „Das ist ein Votum, das die Politik ernst nehmen muss“. Bei einer nur leicht verbesserten Durchschnittsnote von 4,1 wäre die Versetzung noch immer stark gefährdet. Die drei Sorgenkinder mit einem klaren Mangelhaft sind die Ampelschaltungen, die weiterhin dem Autoverkehr Vorrang geben, die Situationen an Baustellen und die Blockierung von Falschparkern auf Radwegen. Initiativen von uns hat es in diesen Bereichen in der Vergangenheit bereits gegeben, die aber aus unterschiedlichen Gründen noch nicht zu befriedigenden Ergebnissen geführt haben. „Wir werden hier nicht locker lassen“, betont Kathrin Rose.

Bedenklich stimmt, dass für jeweils die Hälfte der Befragten Radfahren Stress und für die andere Hälfte Spaß ist. Hier müssen wir dafür sorgen, dass sich die Gewichte stärker in Richtung Spaß verschieben. Dringlicher noch: Drei Viertel der Befragten fühlt sich auf dem Rad im Straßenverkehr mehr oder weniger unsicher. Nur jeder Fünfte hat keine oder kaum Konflikte mit dem Autoverkehr. Die anderen werden übersehen, bedrängt, geschnitten und meist grundlos angehupt, müssen bremsen, ausweichen und sich rechtfertigen. Auch wenn das in anderen Städten nicht viel besser ist, bereitet uns eine solche Einschätzung große Sorgen. “Dies ist besonders im Hinblick auf Kinder, welche ja noch einmal besonders gefährdet sind, alarmierend“ bekräftigt Kathrin Rose, die selbst Mutter einer 6-jährigen Tochter ist.

Jede*r zweite Radler*in hat immerhin gemerkt, dass in letzter Zeit in Mülheim an der Ruhr mehr für die Radfahrer*innen getan wurde. Handlungsdruck besteht vor allem an den großen Straßen wie Duisburger Straße oder der Kaiserstraße, wo keine oder nur wenig Ausweichmöglichkeiten auf ruhige Seitenstraßen bestehen. Daran, aber auch an anderen Verbesserungen wollen wir arbeiten. Insbesondere wollen wir auch Druck machen, dass der Radschnellweg endlich nicht mehr nur im Schneckentempo vorankommt.

Für weitere Anregungen und Vorschläge sind wir immer dankbar: .img@.img

Kathrin Rose