Parkstadt in Speldorf kann grünes Vorzeigequartier werden

Nach einem Rundgang mit dem Projektleiter zeigt sich unsere Ratsfraktion begeistert von der Konzeption des Projektentwicklers Soravia.

Die Umwandlung des Tengelmann-Areals in die Parkstadt mit einem Mix aus Arbeiten, Lernen, Wohnen und Freizeit ist eines der spannendsten Stadtentwicklungsprojekte in Mülheim der letzten Jahre. Unsere Ratsfraktion zeigt sich nach einem Ortstermin in Speldorf begeistert. Bei einer Besichtigungsrunde hatten der Projektleiter des in Österreich ansässigen Investors Soravia, Holger Dietrich, sowie der Leiter des Planungsamtes, Felix Blasch, Stand, Ziele und Perspektiven des Projektes erläutert. „Die Entwicklung dort ist auf einem guten Weg, ein durchmischtes grünes Vorzeigequartier zu werden“, stellt Timo Spors, Mitglied des Fraktionsvorstandes fest: „Wir werden den spannenden Prozess aufmerksam begleiten und uns insbesondere für Photovoltaik auf den Dachlandschaften, grüne und blaue Infrastrukturen sowie ein nachhaltiges Mobilitätskonzept einsetzen.“

Dass ein Jahr nach dem Kauf der 13,6 Hektar großen Fläche durch die Soravia noch nicht viel mehr als zwei zugkräftige Ausstellungen und das Impfzentrum zu sehen sind, erweist sich als eine Stärke dieses Großprojektes. Denn der große Gebäudekomplex des Handelsunternehmens, der seit 1912 immer wieder erweitert wurde, bleibt, abgesehen von kleineren Eingriffen, in seiner Substanz komplett erhalten. Da die Bauindustrie einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen und damit auch des Klimawandels ist, erweist sich das Bauen im Bestand als besonders nachhaltig. Neu gebaut werden hier Wohnungen für ein paar hundert Menschen. Das Angebot soll die ganze Palette vom geförderten Wohnungsbau über Seniorenwohnungen bis hin zu Studenten-WGs abdecken. Für die komplette Fertigstellung dürfte mit einer Dekade zu rechnen sein.

Der Name Parkstadt bleibt nicht nur ein Etikett, sondern wird ernst genommen. Ganz wichtig, die Mauer, die das Gelände Jahrzehnte lang aus Sicherheitsgründen umgab, soll fallen und so die Parkstadt von vielen Seiten für die Bevölkerung zugänglich werden. Der Reiz und das Potenzial dieser auch „Verbotenen Stadt“ genannten Fläche ergibt sich für viele erst beim Rundgang. Zum Vergleich: die Fläche ist mehr als drei Mal so groß wie das Lindgens-Areal in Saarn.

Was genau dort passiert, wird sich am 6. Oktober zeigen, wenn die Jury aus den zehn teilnehmenden Büros den Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs kürt. In dem Komplex, in dem unter anderem einst von Wissoll-Mitarbeiter:innen Pralinen gerollt wurden, zieht bald die Feuerwehr mit einem Schulungszentrum, die HRW wird hier Seminare anbieten, weil der Campus aus den Nähten aus den Nähten platzt, und Standardkessel. In einer offenen Etage werden zeitgemäße Co-Working-Plätze angeboten. Auch ein Restaurant ist im historischen Gemäuer vorgesehen, zu dem auch das Kesselhaus und das Kutscherhaus des ehemaligen Schlachthofes gehören. „Der Ansatz der Parkstadt, den Baumbestand einzubinden, die bestehenden Gebäude zu modernisieren und ein umfassendes Energiekonzept für das Quartier auszuarbeiten, ermöglicht einen respektvollen Umgang mit Ressourcen, Umwelt und Klima, wie er für Bauprojekte der Zukunft notwendig ist“, lobt der Umweltsprecher Oliver Linsel, der die Grünen in der Wettbewerbsjury vertritt. Für Planungsamtsleiter Felix Blasch ist der Projektentwickler ein Glücksfall, denn bei der Art der Nutzung spielten für diesen qualitative Aspekte eine größere Rolle als quantitative. Auch das verspreche eine größere Nachhaltigkeit des Projektes.