Ein Segen nur für Essen?

Der Nachbarstadt Essen steht Geld ins Haus. Es geht um rund 21 Millionen Euro, die sie als eine von fünf Modellstädten aus Berlin zur Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs und der Schadstoffbelastung erhalten soll. Damit will sie das Fahrradwegenetz erweitern sowie Taktverdichtungen bei Bussen und einer Bahn ermöglichen. Ein drittes Feld sind Prämien für Tarifangebote.

Letzteres betrifft die Ruhrbahn, die Essen gemeinsam mit Mülheim betreibt. Insbesondere für den Bereich der Tarifangebote stellen sich die Mülheimer Grünen demzufolge die Frage, ob die nur für Essener oder auch für Mülheimer Fahrgäste gelten werden. „Wir gehen davon aus, dass nicht ernsthaft daran gedacht ist“, erklärt ihr verkehrspolitischer Sprecher Axel Hercher, “Ruhr-Bahn-Fahrgäste erster und zweiter Klasse zu schaffen. Das wäre dem Gedanken der Gemeinsamkeit mehr als abträglich. Diesbezüglich erwarten wir ein Zeichen aus Essen.“
Wenn Mülheim schon in den Bereichen Angebotsausweitungen und Radwege in die Röhre schaue, müsse zumindest bei den gemeinsamen Tarifen eine Beteiligung möglich sein.
Konkret geht es um Prämien für Neukunden bei Abschluss eines 24-Monate-Abos, für Monatskartenkäufer über die APP „Zäpp“ sowie für Vertragspartner bei Kombi-Ticket-Vereinbarungen. An die Erstattung des Grundpreises bei neu akquirierten Firmen-Ticket-Kunden wird ebenso gedacht. Dazu soll es Gutscheine im Wert eines 24-Stunden-Tickets für den Wochenend-Betrieb geben.
Da Hercher nicht davon ausgeht, dass Fördermittel für Essen in Mülheim genutzt werden können, regt er eine Finanzierung durch Umschichtung der Mittel für Marketingmaßnahmen bei der Ruhrbahn zugunsten Mülheims an.

Axel Hercher

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