Keine CO2-Trasse durch den Speldorfer Wald

GRÜNE fordern ergebnisoffene Prüfung von Alternativen und rufen zur Beteiligung auf

Die GRÜNEN im Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr wenden sich gegen die derzeit
geplante Trassenführung des „Delta Rhine Corridor“ (DRC) durch das Waldgebiet an
der Duisburg-Mülheimer Stadtgrenze. Auf Mülheimer Seite ist insbesondere das
Waldgebiet rund um die Monning an der Stadtgrenze sowie der angrenzende
Speldorfer Wald von den massiven Rodungsplänen für die Pipeline-Schneise auf 13
Hektarn direkt betroffen. Mit einem Antrag für die Ratssitzung am 15. Oktober
fordern sie die Stadtverwaltung auf, sich im laufenden Verfahren deutlich gegen
diese Trassenführung zu positionieren und darauf hinzuwirken, dass alternative
Korridore ernsthaft und ergebnisoffen geprüft werden.
„Wir brauchen Lösungen für industrielle CO2-Emissionen, die sich technisch nur
schwer vermeiden lassen. Aber Klimaschutz darf nicht bedeuten, dass dafür
wertvolle Wald- und Freiräume geopfert werden“, erklärt Timo Spors, Co-
Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr. „Gerade
im dicht besiedelten Ruhrgebiet sind unsere Wälder und Freiflächen von besonderer
Bedeutung für Natur, Stadtklima, Wasserhaushalt und Erholung. Diese Flächen
dürfen nicht als beliebig verfügbare Korridore für neue Infrastruktur behandelt
werden.“
Der von der Open Grid Europe GmbH (OGE) geplante DRC soll CO2 über eine rund
200 Kilometer lange, erdverlegte Leitung durch Nordrhein-Westfalen bis zur
niederländischen Grenze transportieren. Für das Projekt läuft derzeit eine
Raumverträglichkeitsprüfung, in die sich die betroffenen Kommunen einbringen
können. Auch Mülheim an der Ruhr ist von der geplanten Trassenführung betroffen.
Die GRÜNEN fordern, dass dabei nicht lediglich innerhalb eines bereits favorisierten
Korridors nach der technisch günstigsten Variante gesucht wird. Vielmehr müssten
auch grundsätzlich andere Trassenführungen geprüft werden, wenn dadurch
Eingriffe in Wald, Natur und andere sensible Freiräume vermieden oder reduziert
werden können.
„Bevor neue Schneisen durch bislang zusammenhängende Freiräume gezogen
werden, muss geprüft werden, ob eine Bündelung mit bereits vorhandenen Leitungs-
, Verkehrs- oder Infrastrukturtrassen möglich ist. Die jetzige Trassenführung bedeutet
erhebliche Einschnitte in die Naherholung von Speldorf und ganz Mülheim“, so der
Speldorfer Stadtverordnete Philipp Hoffmann. „Eine Trassenführung darf nicht
deshalb als alternativlos gelten, weil sie frühzeitig in die Planung aufgenommen
wurde.
Auch eine erdverlegte Leitung ist nach Auffassung der GRÜNEN keineswegs ohne
Folgen. Für den Bau werden umfangreiche Arbeitsstreifen und Erdarbeiten
erforderlich. Gerade in Waldgebieten können dadurch Vegetation, Böden und
Lebensräume beeinträchtigt werden. Hinzu kommen mögliche Auswirkungen auf
Wasserhaushalt, Hochwasser- und Starkregenschutz sowie auf den Biotopverbund.
Gemeinsam Einwendungen organisieren Die GRÜNEN wollen deshalb auch die Öffentlichkeit über das Verfahren informieren und Menschen dabei unterstützen, sich mit eigenen Einwendungen einzubringen.
Am Dienstag, 13. Oktober 2026, um 19:00 Uhr laden die GRÜNEN Mülheim in die Sol
Kulturbar ein. Im Mittelpunkt des Abends stehen die geplante DRC-Trasse, die
möglichen Auswirkungen auf Mülheimer Wald- und Freiräume sowie die Frage, wie
der weitere Widerstand organisiert werden kann.
Gemeinsam soll darüber gesprochen werden, wie sich Bürgerinnen und Bürger in das
laufende Verfahren einbringen können und wie individuelle Eingaben gegen die
geplante Trassenführung unterstützt und koordiniert werden können.
„Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich
einzumischen“, betont die Co-Fraktionsvorsitzende Hanna Sander. „Wir wollen
gemeinsam mit den Menschen vor Ort dafür sorgen, dass die Auswirkungen auf Natur
und Stadtentwicklung nicht einfach hingenommen werden und ernsthaft nach
Alternativen gesucht wird.“
Die Raumverträglichkeitsprüfung läuft noch bis zum 26. Oktober 2026.

Veranstaltung:
Delta Rhine Corridor – Keine CO2-Pipeline durch unseren Wald!
Dienstag, 13. Oktober 2026, 19:00 Uhr
Sol Kulturbar, Akazienallee 63, Mülheim an der Ruhr