Kahlenbergast: Neu und kreativ denken

Wir stellen die geplante Stilllegung des Kahlenbergastes der Straßenbahnlinie 104 zur Disposition. In einem Antrag für den Mobilitätsausschuss fordern wir auf, diesbezüglich neu nachzudenken und die Möglichkeiten eines Weiterbetriebs auszuloten.

„Begründung für die Stilllegung ist die angeblich mangelnde Wirtschaftlichkeit des Schienenwegs zwischen Wertgasse und Oppspring“, erklärt Fraktionsmitglied Timo Spors. Sie sei aber nur schwerlich ohne Bildung eines Parallelverkehrs des die Straßenbahn ersetzenden Busses zur Tram-Linie 112 möglich. Parallelverkehre zwischen Bus und Bahn – da seien sich alle Fraktionen einig – sollten aber tunlichst vermieden werden.

Axel Hercher, verkehrspolitischer Sprecher, bestreitet nicht, dass die Aufgabe der Strecke je nach Höhe der Fördermittelrückzahlungen mittel- bis langfristig Gelder bei der Ruhrbahn einsparen würde. In seiner Gegenrechnung verweist er aber darauf, dass die von seiner Fraktion vorgeschlagene Änderung des Grundtaktes im Mülheimer Straßenbahnnetz auf 20 Minuten analog des geplanten Bustaktes dies leicht kompensiere.

Timo Spors führt zudem die Möglichkeit ins Feld, die 104 ähnlich der in Essen und Gelsenkirchen fahrenden 107 zu einer Linie der Industriekultur zu machen. Die Aufgabe des Kahlenbergastes, wo viele Ankerpunkte lägen, würde dies durchkreuzen.

Spors und Hercher: „Es bedarf eines klaren Kopfes, undogmatischer Betrachtung und der Bereitschaft, abseits ausgetretener Pfade zu denken. Dann ist der Kahlenbergast noch längst nicht Geschichte.“

Timo Spors / Axel Hercher

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