Altersdiskriminierung

Was bedeutet die Europäische Charta zum Schutz der Menschenrechte für Seniorinnen und Senioren speziell in Mülheim an der Ruhr im Januar 2007?

Was hat sich getan?

Unterzeichnung der Charta im Dezember 2004

Gedanken zum Artikel II der Europäischen Charta der Menschenrechte

Unterstützt wird der „Artikel II – Prinzip der Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung“

der Europäischen Charta seit August 2006 durch das Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Es soll u. a. auch die Benachteiligung älterer Menschen verhindern und beseitigen. Somit gibt es jetzt rechtliche Möglichkeiten sich gegen einige Formen der Altersdiskriminierung zu wehren mit dem Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Allerdings sind Dienstleistungen bei Banken (Kredite) und das Gesundheitswesen nach überwiegender Meinung ohne rechtlichen Schutz.

Altersdiskriminierung wirkt destruktiv auf eine Gesellschaft. Sie kann sich als Einstellung über Generationen hinweg verfestigen. Im schlimmsten Fall kann sie dazu führen, dass alte Menschen als eine Gruppe gesehen werden, die der Gesellschaft nur Probleme bereitet. Sie kann in allen Lebensbereichen auftreten: Freunde, Freizeit, Beruf, Familie, Gesundheit, öffentliches Leben und Finanzen. Daher ist jeder Form von Altersdiskriminierung entgegen zu treten.

Es sollten vielmehr alle Generationen solidarisch zusammenleben und die vorhandenen Potentiale älterer Menschen für die Gesellschaft genutzt werden.

Altersdiskriminierung kann man nicht immer leicht erkennen.

Was aber sind Merkmale von Altersdiskriminierung?

Die Alten werden ausschließlich als Alte bezeichnet und werden als Gruppe ausgegrenzt. Sie werden nur als „alt“ wahrgenommen, ohne sie mit ihren persönlichen Eigenschaften, die einen Menschen ausmachen, zu betrachten. Alte Menschen werden abgewertet, weil vermutet wird, dass ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten nachgelassen haben.

Bei den Alten kann dadurch die persönliche Freiheit und Lebensqualität vermindert werden und das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein kann verletzt werden.

Jeder ältere Mensch sollte sich gegen Altersdiskriminierung wehren:

– Er sollte sein eigenes Altersbild reflektieren und sein Selbstbewusstsein im Alter trainieren.
– Er sollte sich gegen Altersdiskriminierung direkt wehren, um auf das benachteiligende Verhalten hinzuweisen.
– Er sollte die Altersdiskriminierung sichtbar machen, indem er darüber spricht.
– Er sollte sich mit seiner Erfahrung der Diskriminierung an Verbände, Initiativen, Organisationen und die Öffentlichkeit wenden und er sollte sich den Gruppierungen anschließen, die für ein realistisches Altersbild stehen und die Zukunft positiv gestalten wollen.

Die Sparkasse Mülheim bestätigt auf Nachfrage: Nichtdiskriminierung von Senioren bei Kreditvergabe

Es gibt Fortschritte in folgenden Bereichen:

Artikel I: Recht auf die Stadt

Im Zuge der Neukonzeptionierung der Bürgersteige, Straßen und Plätze der Innenstadt wurde auf Barrierefreiheit geachtet, sodass auch Alte mit Rollatoren sich gut vorwärts bewegen können. Auch in öffentlichen Gebäuden findet das Prinzip mehr und mehr Anwendung. Auf Antrag des Seniorenbeirates wurden Sitzgelegenheiten an Haltestellen geschaffen. In Kaufhäusern gibt es zum Teil auch schon vereinzelt Sitzinseln, aber es gibt noch verstärkten Bedarf in Supermärkten.

Artikel V: Verpflichtung zur Solidarität

– In Mülheim gibt es verschiedene und nicht wenig Service-Angebote speziell für Senioren. Ein Faltblatt dazu müsste erstellt werden, um einen besseren Überblick zu haben.

Taxigutscheine jetzt auch für Senioren

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Es sollen nicht nur die jüngeren Mitbürger sicher nach Hause kommen, auch die Älteren:

Daher sind ab sofort auch Senioren-Taxigutscheine erhältlich. Sie funktionieren wie das unlängst eingeführte Jugendtaxigutschein-Prinzip für junge Mülheimer bis 21Jahre:

Ein Gutscheinheft besteht aus vier Gutscheinen à 5 Euro, hat also einen Wert von 20 Euro. Das ganze Heft kostet aber nur 15 Euro. Die Differenz wird von Sponsor Mercedes Lueg getragen, den Druck hat die Druckerei Riehl übernommen.

Zielgruppe sind Bürger über 60.

500 Gutscheinhefte sind gedruckt und warten auf Käufer.

Die Gutscheine können einzeln oder auch auf einmal verbraucht werden – z. B. für die Fahrt zum Einkauf, zum Arzt oder für rein private Zwecke – und haben kein Verfallsdatum.

Anders als bei den Jugendtaxischeinen wird das Wechselgeld für die Seniorengutscheine bar herausgegeben. Absprachen bestehen bislang mit zwei Taxi-Unternehmen, doch es kann auch mit anderen Taxi-Unternehmen abgerechnet werden. Als „soziale Verpflichtung für ein Unternehmen vor Ort“ sieht das Haus Lueg sein Engagement jetzt auch für Senioren.

Anstoß sei der von OB Mühlenfeld skizzierte „demografische Wandel“ gewesen.

Artikel VIII:

Recht auf politische Teilhabe: Stadtteilbefragung mit Beteiligung von Senioren: Weiterentwicklung der Seniorenpolitik in der Stadt Mülheim/ Handlungskonzept:

Vorrangiges Ziel: Ein weitgehend selbst bestimmtes und sozial eingebundenes Leben für alle älteren Mitbürger/innen in der Stadt Mülheim an der Ruhr zu ermöglichen / Förderung des aktives Altern im generationenübergreifenden Zusammenhang

Von Prof. Jäger von der Uni Dortmund? Ergebnisse werden erst am 14. Februar veröffentlicht.

– Alle Parteien haben sich auf ein Konzept geeinigt, bei dem sie gemeinsam mit den Bürgern dem Demografischen Wandel Rechnung tragen wollen. Das Konzept beschäftigt sich mit allen Generationen.
– Auch die Bertelsmann –Stiftung hält zu diesem Thema 3 Vorträge
– Das Theater „Spätlese“ veranstaltet zum Thema Senioren 3 Diskussionsabende, um daraus ein Theaterstück zu entwickeln.

Artikel XI: Recht auf Information

– Ein Seniorenwegweiser wird immer wieder aktualisiert, um den Senioren Informationen in allen sie betreffenden Bereichen zu geben.
– Die Zeitungen, vor allem die NRZ, haben über Wochen das Thema Senioren im Jahre 2007 behandelt und über diese Altersgruppe informiert.

Artikel XII: Allgemeines Recht auf öffentliche Einrichtungen zur sozialen Sicherung

Neue Seniorenberatungsstellen in den Stadtteilen, eine ist in Dümpten. Gibt es schon mehr?

– Ein Arbeitskreis für „Gerontopsychiatrische Versorgung“ hat sich gebildet, um in diesem Bereich für eine bessere Versorgung zu sorgen.

Artikel XIII: Recht auf Bildung

– Modernisierung der Altentagesstätten. Sie sind nicht mehr ausgelastet.
– Befragung und Untersuchung: Fastra-Gutachten / Frau Stratmann: Neukonzeptionierung der Altentagesstätten

Wie ist das Ergebnis?

Es ist deckungsgleich mit dem Gutachten von Herrn Dr. Jäger / Uni Dortmund

– Neue Konzepte für Altentagesstätten – AWO-Konzept: „12 Qualitätsziele für die offene Altenarbeit und Altersbildung“, Schulung der Mitarbeiter und mehr Mitbeteiligung der Senioren
– Die VHS bietet unter Rubrik: Berufsorientierte Arbeitstechniken und Qualifizierungen unter der Überschrift: Generation 50 Plus = 9 PC- und Internetkurse an.

Artikel XVI: Das Recht auf Wohnen

– Es gibt jetzt auch in Mülheim Alters-WG`s, ebenfalls Demenzkranke. Der Trend geht zur Schaffung von mehr WG`s, auch auf privater Basis.
– 3 städtische Altenheime werden modernisiert und es soll Wohngruppen zu jeweils 8 Personen geben.
-Laut Herrn Konitzka, Sozialamtsleiter, wird es auch in Mülheim Altenwohnungen mit Service für erschwingliches Geld geben.

Artikel XIX: Recht auf ausgewogene Stadtentwicklung

– Barrierefreie Wohnungen, (SWB) Sozialwohnungen gibt es laut Geschäftsführung in ausreichendem Maße. Bei Bedarf wird umgebaut.

Das Land stellt Fördermittel zum barrierefreien Umbau von Wohnungen zur Verfügung.

– Im Zuge der neuen Verkehrsführung wurde altengerecht, auch für Rollatoren, auf Barrierefreiheit geachtet.

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